| |

Einlagerung von Nabelschnurblut – Das sollten Sie wissen

Nabelschnurblut einzulagern wird immer beliebter. Der Vorgang ist recht einfach, denn es wird aus den Stammzellen das Nabelschnurblut gewonnen. Dieses kann Menschen zu einem späteren Zeitpunkt helfen, sollten diese beispielsweise an Blutkrebs, auch als Leukämie bekannt, erkranken.

Auf diese Art und Weise lässt sich in vielen Fällen ein Leben retten. Es gibt die Möglichkeit, das Nabelschnurblut zu spenden oder dieses bei privaten Firmen, einer sogenannten Nabelschnurblutbank einlagern zu lassen.

In unserem Ratgeber erfahren Sie heute, wie Sie Nabelschnurblut spenden können und alles über die Einlagerung!

Was ist Nabelschnurblut?

Das Nabelschnurblut, wie der Name schon vermuten lässt, befindet sich in der Nabelschnur nach einer Entbindung. Es ist zudem in der Plazenta vorhanden. Das Neugeborene benötigt das Nabelschnurblut nicht mehr, da es mit dem nötigen Sauerstoff nach der Geburt eigenständig versorgt wird. Die wichtigen Nährstoffe werden dem Baby über die Muttermilch zugeführt.

Vor einigen Jahren noch wurden die Plazenta, sowie die Nabelschnur nach der Geburt des Kindes entsorgt. Heute ist die Forschung bereits einen Schritt weiter und man weiß, dass man aus dem Nabelschnurblut Blutstammzellen gewinnen kann. Die gewonnenen Stammzellen werden bei -186 Grad Celsius eingefroren und bei einer Nabelschnurbank gelagert.

Leidet eine Person beispielsweise an einer Erkrankung des blutbildenden Systems, so ist es möglich das Immunsystem zu stärken und gegebenenfalls zu erneuern. Die Eigenspende kann nicht nur einem selbst zu einem späteren Zeitpunkt helfen, sondern auch Geschwisterkinder können mit einer Nabelschnurblutspende behandelt werden.

Die Stammzellen, die aus dem Nabelschnurblut gewonnen werden sind zu Anfang noch nicht vollständig ausgereift. Es besteht daher für den Empfänger des Blutes immer noch ein geringes Risiko, dass die Stammzellen vom Körper abgestoßen werden können.

Wie wird Nabelschnurblut gespendet?

Nabelschnurblut kann nur von Frauen gespendet werden, da vorher eine Entbindung notwendig ist. Vorab müssen die vorhandenen Oberflächenmerkmale der Blutzellen typisiert werden. Der Patientin wird daher am selben Tag der Entbindung etwa 20 Milliliter ihres Blutes entnommen, so ist es auch möglich bereits im Vorfeld feststellen zu können, ob übertragbare Infektionskrankheiten vorhanden sind.

Ist das Kind geboren, so wird der Arzt direkt im Anschluss die Vene der Nabelschnur punktieren. Für die Stammzellengewinnung benötigt er erneut etwa 58 Milliliter Blut. Die Blutabnahme ist für die Mutter, ebenso wie für das Neugeborene absolut schmerzfrei.

Wichtig ist hierbei, dass das entnommene Blut innerhalb von 24 Stunden zu einer Stammzellbank transportiert wird. Hier wird es eingefroren und gelagert. Das Nabelschnurblut kann über viele Jahre unbefristet eingelagert werden.

Nabelschnurblut privat bei Blutbanken einlagern

Es ist möglich, dass man sein Nabelschnurblut bei einer privaten Blutbank einlagern lässt. In einem solchen Fall entstehen jedoch Gebühren für die Einlagerung. Die gewonnenen Stammzellen dürfen in einem solchen Fall jedoch nur für das eigene Kind bei Bedarf verwendet werden.

Entscheidet man sich jedoch für eine sogenannte gerichtete Spende, dann ist es möglich das Nabelschnurblut nicht nur für das eigene Kind zu verwenden, sondern auch für Geschwisterkinder oder Verwandte ersten Grades.

Geschwisterkinder haben in den meisten Fällen eine Übereinstimmung der Merkmale des Gewebes von etwa 25 Prozent. Aus diesem Grund ist die Verwendung besonders erfolgversprechend. Es entstehen jedoch auch hier Kosten, die jedoch die Krankenkasse auf Antrag übernehmen kann.

Es sind auch Kombiangebote möglich. Hier werden private Anbieter und öffentliche Stammzellenbanken miteinander kombiniert. Die Eltern können bei Bedarf selbst entscheiden, ob sie die Stammzellen als Eigenspende bei Bedarf einsetzen möchten oder die Zellen freigeben möchten.

Wissenswertes über die gesetzlichen Richtlinien

Das Nabelschnurblut wird in der heutigen Zeit als wertvolles Transplantat, welches Leben retten kann, gesehen. Ebenso, wie es bei der normalen Blutspende der Fall ist, unterliegt auch die Nabelschnurspende vorgeschriebenen gesetzlichen Richtlinien. Der behandelnde Arzt wird das Gespräch mit der Patientin vor der Blutabnahme suchen und diese über die Vorgehensweise genau aufklären.

Die Aufklärung kann auch durch die Hebamme erfolgen. Nach einem ausführlichen Beratungsgespräch, wo die Vorteile und die Nachteile der Entnahme der Nabelschnurblutstammzellen genaustens erörtert wurden, muss eine schriftliche Einverständniserklärung von der Patientin unterzeichnet werden.

Welche Kosten können bei der Einlagerung von Nabelschnurblut entstehen?

Kosten für die Einlagerung von Nabelschnurblut entstehen, wenn man sich für eine private Einlagerung bei einer Nabelschnurblutbank entscheidet. Eine Fremdspende ist hier nicht möglich. Nach der Entnahme werden die Stammzellen so lange eingefroren bis das eigene Kind, ein Geschwisterkind oder ein Verwandter ersten Grades dieses benötigt. In der Regel ist dies der Fall, wenn das Knochenmark betroffen ist.

Die Kosten für die Einlagerung sind von Nabelschnurblutbank zu Nabelschnurblutbank sehr unterschiedlich. Die Blutbank verpflichtet sich mit Vertragsbeginn das Blut für mindestens 20 Jahre zu lagern. Die Kosten beginnen hier in der Regel bei etwa 2000 Euro und nach oben hin ist alles offen.

Das Blut wird in Behältern mit flüssigem Stickstoff aufbewahrt, sodass es keine Veränderung während der Lagerzeit durchmachen muss. Die heilenden Fähigkeiten bleiben so über einen langen Zeitraum bestehen.

Es gibt auch bei den Nabelschnurblutbanken dubiose Anbieter. Ein TÜV-Zertifikat einer Blutbank sollte nicht ausreichend sein, um seine Stammzellen dort einlagern zu lassen. Achten Sie auf die Herstellungserlaubnis nach § 13 des Arzneimittelgesetzes. Des Weiteren ist eine Genehmigung nach § 21a des Arzneimittelgesetzes erforderlich.

Ist es sinnvoll Nabelschnurblut einzufrieren?

Immer wieder kann man nachlesen, dass es sinnvoll ist, das eigene Nabelschnurblut einzulagern, jedenfalls ist so die Aussage von privaten Nabelschnurblutbanken. Immer mehr Ärzte halten jedoch dagegen und sind der Meinung, dass die richtigen Anwendungen noch nicht ausgereift genug sind.

Vorteile von Nabelschnurblut Nachteile von Nabelschnurblut
schnelle Hilfe für Geschwisterkinder eine Eigenspende der Stammzellen kann das Risiko eines Rückfalls bei Blutkrebs erhöhen
die Abnahme von Nabelschnurblut ist schmerzfrei Erbkrankheiten können bislang nicht geheilt werden
die Stammzellen lassen sich leicht vermehren das Blut reicht lediglich für die Behandlung von Kindern, jedoch nicht für Erwachsene

Nabelschnurblut spenden für leukämiekranke Kinder

Alleine in Deutschland erkranken jedes Jahr viele Kinder an Blutkrebs. Die kleinen Menschen benötigen Hilfe, die oftmals nur durch eine Stammzellenspende gegeben ist. Da die Stammzellen, welche sich im Blut befinden, noch sehr jung sind und somit unreif, verhindern diese oftmals, die Abstoßungsreaktionen des Körpers. Selbst, wenn die Gewebemerkmale nicht vollständig übereinstimmen, so ist eine Transplantation möglich.

Das Spenden des Nabelschnurblutes ist in der heutigen Zeit noch nicht jedem Elternteil bekannt und daher findet eine solche Spende nur äußerst selten statt. Des Weiteren haben werdende Eltern oftmals Angst, dass die Blutspende ihrem Baby schaden könnte. Dies liegt sicherlich an der noch nicht ausreichend vorhandenen Aufklärung.

Eltern stellen sich zudem immer wieder die Frage, ob es nicht sinnvoll wäre, die Stammzellen für das eigene Kind zu spenden. Es wird jedoch vermutet, dass Leukämie vorwiegend genetische Ursachen hat und die Übertragung der eigenen Zellen in einem solchen Fall eher nutzlos wäre. Der Gendefekt ist bereits in dem eigenen Erbgut vorhanden und eignet sich daher oftmals für eine anstrebende Stammzellentherapie nicht. Hier kommen in den meisten Fällen eher körperfremde Zellen zum Einsatz. Aus diesem Grund ist es oftmals so wichtig, dass man das Nabelschnurblut anderen Personen zugänglich macht.

Zusammenfassung

Sein Nabelschnurblut einfrieren zu lassen, kann eine sinnvolle Möglichkeit sein, dass Leben seines Kindes oder anderer Menschen bei verschiedenen Krankheiten, wie z.B. Blutkrebs, zu retten. Es gibt die Möglichkeit der kostenlosen Abgabe, wenn man dieses spendet. Die kostenpflichtige Möglichkeit besteht, wenn man das Nabelschnurblut alleine für sein Kind oder Geschwisterkinder aufbewahren möchte. Es ist zudem eine Kombination aus beiden Möglichkeiten möglich.

Ähnliche Beiträge

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.